CCF (Closed Cavity Fassade) sind zweischalige Glasfassaden, bei denen der Zwischenraum zwischen äußerer und innerer Schale hermetisch geschlossen ist. Die Kavität wird mit trockener, gereinigter Luft unter leichtem Überdruck konditioniert; so bleiben Sonnenschutz und Glasflächen staub- und kondensatfrei und die Wartung sinkt deutlich. Technisch handelt es sich um eine kompakte Variante der Doppelfassade mit integrierter Verschattung in der geschützten Kavität. Diese Charakteristika sind in der Fachliteratur und bei Systemanbietern konsistent beschrieben.
Aufbau & Funktionsprinzip
Typisch ist eine äußere Einfachverglasung und eine innere Isolierverglasung(DGU/TGU); zwischen beiden liegt die geschlossene Kavität mit automatisiertem Sonnenschutz (meist Lamellen). Ein Trockenluft-System hält die Kavität klimatisch stabil (Überdruck verhindert Staub und Feuchte). Ergebnis: die Leistungsfähigkeit eines außenliegenden Sonnenschutzes – ohne dessen Witterungs- und Reinigungsprobleme.
Planungsimplikationen
- Einheitenbauweise (unitized) wird bevorzugt; große Elemente und schlanke Profilansichten sind möglich.
- Sonnenschutz arbeitet witterungsunabhängig in der Kavität, erlaubt blendfreie Tageslichtnutzung und verbessert thermische Kennwerte.
Abgrenzung zur klassischen Doppelfassade
Die konventionelle Doppelfassade ist belüftet (natürlich/mechanisch) und erfordert eine zugängliche, zu reinigende Luftschicht. Bei der CCF ist die Kavität geschlossen und konditioniert, wodurch Reinigungsaufwand und Verschmutzung deutlich sinken. Das macht sie besonders interessant als Doppelfassade Hochhaus, wo Windlasten, Schmutzeintrag und Zugänglichkeit kritische Faktoren sind.
Vorteile – technisch & betrieblich
- Geringe Verschmutzung/Wartung: Lamellen und Kavität bleiben sauber; Reinigungsintervalle sinken.
- Hohe Energie- und Lichtleistung: Außenwirksamer Sonnenschutz „im Trockenen“ reduziert Kühllasten; Tageslicht lässt sich präzise steuern.
- Architektur & Formatvielfalt: Schlanke Ansichten, große Elementformate, bewegliche Elemente möglich.
- Robust gegenüber Witterung/Wind: Verschattung bleibt auch bei Starkwind einsetzbar.
Grenzen & zu beachtende Risiken
| Aspekt | Beschreibung |
| Technische Abhängigkeiten | Betrieb der Trockenluft-/Überdruckanlage erfordert Stromversorgung, kontinuierliche Überwachung und Redundanzsysteme. |
| Komplexere Planung & Fertigung | Höhere Anforderungen an Dichtheit, Montagepräzision und Qualitätskontrolle, insbesondere bei großen Unitized-Elementen. |
| Projektindividuelle Nachweise | Thermik, Akustik, Brandschutz und Betriebskonzepte müssen frühzeitig definiert werden; Terminologie und Abgrenzung gemäß EN 13119 erleichtern die Dokumentation. |
Einsatzbereiche & Referenzen
CCF wird vor allem bei Büro-, Labor- und Hochhausprojekten eingesetzt, häufig als unitized curtain wall mit integrierter Verschattung:
- Hochhäuser/Labore: Beispiel Roche pRED Innovation Centre, Basel (bis 114 m), mit hochtransparenten CCF-Elementen von Gartner.
- Bildungsbau: Learning Center «Square», HSG St. Gallen mit Sonderprofilen Schüco AWS 90.SI CCF – ein typischer Verweis für „ccf fassade schüco“.
Systeme & Markt
Neben projektbezogenen Sonderlösungen werden CCF-Konzepte von mehreren Fassadenbauern umgesetzt; die Grundlogik (geschlossene, überdruckbelüftete Kavität, integrierter Sonnenschutz) ist branchenweit ähnlich beschrieben.
Beispiele: seele (Erklärung des Überdruck-/Trockenluft-Prinzips; ISOshade® als „Advanced CCF“ ohne externe Lüftungsanlage in der Kavität), zudem verschiedene Industriepartner im Unitized-Segment.
Kombinationen & hybride Hüllen
Im Masterplan von Großprojekten wird CCF oft selektiv dort eingesetzt, wo thermische/komfortrelevante Vorteile maximal wirken (z. B. Südfassaden, exponierte Hochhausgeschosse). In Sockelzonen oder Wohnanteilen kann eine mischfassade holz-putz (tragende Holzkonstruktion mit Putzvorsatz bzw. vorgehängter Bekleidung) gestalterische und wirtschaftliche Akzente setzen, während hochbeanspruchte Büro-/Laborflächen CCF erhalten. Der bewusste Materialmix unterstützt Nachhaltigkeit, Wartung und Kostensteuerung – bei konsistenter Detailplanung der Anschlüsse. (Einordnung vor dem Hintergrund allgemeiner DSF-/CCF-Planungsleitfäden.)
Planungshinweise (Kurzcheck)
- Ziele definieren: Tageslicht, Blendschutz, Kühlung/Heizung, Akustik, Betriebsszenarien. (Grundlagen zu DSF/CCF-Wirkprinzipien).
- Kavität & Verschattung: Lamellengeometrie, Steuerstrategie, Wartungszugang (von innen/außen), Lebensdauer.
- Technik & Redundanz: Auslegung Trockenluft/Überdruck, Monitoring, Ausfallstrategien.
- Elementierung: Unitized-Raster, Elementgrößen, Toleranzen, Transport/Montage.
- Dokumentation & Begriffe: Einheitliche Terminologie (z. B. EN 13119), klare Abgrenzung zu belüfteten Doppelfassaden.
Einordnung Die ccf-fassade verbindet die energetischen/komfortbezogenen Vorteile einer Doppelfassade mit reduzierten Wartungsanforderungen, weil Verschattung und Kavität geschützt arbeiten. Im Hochhaus (Doppelfassade Hochhaus) zahlt sich das durch Betriebssicherheit bei Wind, saubere Optik und stabile Performance aus. Projekte und Herstellerberichte zeigen zudem die Machbarkeit großer Elemente, schlanker Profile und präziser Vorfertigung – u. a. bei ccf fassade schüco-Projekten. Für Planer:innen bleibt wesentlich: frühzeitig Ziele festlegen, Systeme holistisch auslegen und die technische Versorgung der Kavität robust denken.